All business is local - wie Lieferengpässe entstehen und vermieden werden können

Naturkatastrophen, geopolitische Ereignisse und die Pandemie haben erheblichen Einfluss auf das Geschäft im Bodenhandel. Grund ist die fragile Lieferkette. Sie spielt im globalen Handel für viele Hersteller von Bodenbelägen eine zentrale Rolle für die Verfügbarkeit und Kosteneffizienz ihrer Produkte, ist jedoch an vielen Stellen angreifbar. Wir beleuchten die verschiedenen Faktoren, die die Lieferkette im Bodenhandel gefährden können. Kurze Lieferwege, die Nutzung regional verfügbarer Rohstoffe und die lokale Produktion von Bodenbelägen in Deutschland können Wege sein, diese Risiken zu minimieren. Bodenhersteller- und verkäufer müssen alle Risiken, die sie kontrollieren können, möglichst gering halten. Die Hebel dafür haben sie selbst in der Hand. Welche Umsatzgefährder in der Lieferkette stecken, haben die letzten Jahre deutlich gezeigt. Letztlich muss es das Ziel sein, nicht nur größtmögliche Unabhängigkeit von Faktoren, die sich kaum bis gar nicht beeinflussen lassen, zu wahren, sondern vor allem ein verlässlicher Partner des Bodenfachhandels und aller anderen Abnehmer zu sein.

Globale Risiken und ihre Auswirkungen auf die Lieferkette

  1. Pandemiebedingte Fabrikschließungen: Die COVID-19-Pandemie hat zu vorübergehenden Fabrikschließungen geführt, insbesondere in China, einem der Hauptproduzenten von Primärrohstoffen und Fertigprodukten für die Bodenbelagsindustrie. Das gilt umso mehr für meist PVC-haltige Design- und Vinylböden. Diese Schließungen haben zu Verzögerungen in der Produktion und in der Folge zu Engpässen in der Lieferkette geführt. Darüber hinaus kommen bei der Produktion von PVC-Böden in China nachweislich zwangsrekrutierte Uiguren zum Einsatz – auch das lässt sich mit einer intakten, transparenten Lieferkette unterbinden. 

  2. Blockaden wichtiger Handelsrouten: Der Vorfall im Suezkanal, bei dem das Containerschiff “Ever Given” die Wasserstraße blockierte, ist nur ein Beispiel für unvorhersehbare Ereignisse, die erhebliche Störungen in der globalen Lieferkette verursachen können. Rund zehn Prozent der weltweiten Fracht fließen durch den Suezkanal, der nur eines von mehreren Nadelöhren im globalen Schiffsverkehr ist. Zwar dauerte die eigentliche Blockade nur sechs Tage. In dieser Zeit stauten sich allerdings rund 200 Containerschiffe, die nicht auf die zwei Wochen länger dauernde Route um das Kap der Guten Hoffnung ausgewichen sind. Die Folge war ein Dominoeffekt, der die verarbeitende Industrie in Europa massiv beeinträchtigt hat. Medikamente, Elektrogeräte, aber auch Baumaterialien für Bodenbeläge waren teils “out of stock”. Solche Blockaden führen nicht nur zu Verzögerungen bei der Lieferung von Rohstoffen und Fertigprodukten und entsprechenden Lieferengpässen. Die Folgen sind auch Preisanstiege und in der Baubranche, in der Gewerke aufeinander abgestimmt sind, ein massives Planungschaos mit entsprechenden Verteuerungen und Verzögerungen bis zur Fertigstellung.

  3. Geopolitische Spannungen und Angriffe: Die Angriffe durch Huthi-Rebellen auf Frachtschiffe im Roten Meer zeigen, wie geopolitische Konflikte die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Seefracht beeinträchtigen können. Solche Ereignisse können die Lieferketten von Bodenbelägen unterbrechen, indem sie ebenfalls die Transportrouten gefährden. Ähnliches gilt auch für die nur 2,7 Kilometer breite Straße von Malakka, die vor allem Chinas Außenwirtschaft immer wieder Sorgen bereitet. Um diese Routen abzusichern, hat inzwischen auch die Marine der Deutschen Bundeswehr eine erste Fregatte entsandt. Aber auch so treiben allein die Versicherungskosten die Preise der Rohstoffe, Materialien und Fertigprodukte hoch – zu Lasten der beteiligten Bodenbelagsindustrie und ihrer Kunden.

Vorteile kurzer Lieferwege und lokaler Produktion

Die genannten Risiken unterstreichen die Bedeutung von kurzen Lieferwegen, der Nutzung regional verfügbarer Primär- und Sekundärrohstoffe und der lokalen Produktion von Bodenbelägen in Deutschland. Diese Strategien sind die Grundlage für die Herstellung der Boden- und Wandbeläge aus CERAMIN, denn sie bieten mehrere entscheidende Vorteile:

  1. Resilienz gegenüber globalen Störungen: Kurze Lieferwege und lokale Produktion verringern die Abhängigkeit von internationalen Lieferketten und machen das System widerstandsfähiger gegenüber globalen Störungen wie pandemiebedingten Fabrikschließungen oder geopolitischen Konflikten außerhalb Europas. Für die Classen Gruppe ist eine größtmögliche Unabhängigkeit, um genau diesen Faktoren nicht ausgesetzt zu sein, seit jeher eine der wichtigsten Leitlinien. Daher denken wir auch in geschlossenen Kreisläufen – auch das ist für uns Nachhaltigkeit.
  2. Schnellere Reaktionsfähigkeit: Die Nähe zu den Produktionsstätten ermöglicht eine schnellere Anpassung an Nachfrageänderungen und reduziert die Lieferzeiten. Dies verbessert nicht nur die Kundenzufriedenheit, sondern ermöglicht es auch, schneller auf Markttrends zu reagieren. Gleichzeitig haben wir so die Qualität unserer Produkte vom ersten Arbeitsschritt bis zur Fertigstellung und Veredelung in der eigenen Hand. 
  3. Nachhaltigkeit und Umweltschutz: Kurze Transportwege verringern den CO2-Ausstoß und fördern eine umweltfreundlichere Produktion. Die Nutzung regional verfügbarer Rohstoffe unterstützt zudem die lokale Wirtschaft und minimiert die Umweltauswirkungen durch den Transport der Rohstoffe und Waren.
  4. Qualitätssicherung und Arbeitsplätze: Die Produktion in Deutschland unterliegt strengen Qualitätsstandards. Das stellt die Produktqualität sicher. So einfach ist das. Zudem fördert die lokale Produktion Arbeitsplätze in der Region und stärkt so den Wirtschaftsstandort.

Fazit

Die Lieferkette im Bodenhandel ist zahlreichen globalen Risiken ausgesetzt, die die Verfügbarkeit und Kosten von Bodenbelägen massiv beeinflussen können. Die Fokussierung auf kurze Lieferwege, die Nutzung regionaler Rohstoffe und die Produktion in Deutschland minimieren die potentiellen Risiken für Bodenfachhändler und ihre Kunden. Diese Strategien erhöhen nicht nur die Resilienz gegenüber globalen Störungen, sondern tragen auch zu einer nachhaltigeren, umweltfreundlichen und wirtschaftlich vorteilhaften Produktion bei.

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